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Heute machten wir
mal...gar nichts. Nur rumhängen, lesen, am Computer Go! spielen, in der
Sonne einschlafen und mit Sonnenbrand wieder aufwachen. Kalte Bananenmilch
und Nudel-Fertigsuppen. Sogar der Wind war heute auf unserer Seite
Alles hätte so
schön sein können, wenn sich da nicht am Nachmittag ein offenes
Fischerboot mit drei Männern an Bord der NisRanders genähert hätten.
Vierhundertfünfzig Kilometer von der Küste entfernt! Das kleine Boot
stampfte durch die Wellen direkt auf uns zu - Zeit über Funk mal
anzufragen ob sich vielleicht das ein oder andere Kriegsschiff in der Nähe
aufhält.
Über Funk
erreichte ich ein amerikanisches Küstenwachtschiff das die Situation
sofort als ernst einstufte und Kurs auf unsere Position nahm. Es passiert
viel in dieser Gegend. Währenddessen kam das Boot mit den drei Männern
immer näher; noch fünfzig Meter vielleicht. Über Funk hielt ich laufend
Kontakt zu den Amerikanern während Daniel die Harpune und die
Leuchtraketen bereitlegte. Ihr kommt hier nicht an Bord!
Die Männer
näherten sich weiter; keine Gesten, kein Gruß, kein Winken - nichts, sie
kamen einfach nur näher an unser Heck.
Plötzlich
erstirbt ihr Motor, sie fallen ab. Gleichzeitig ertönt unser "Fischalarm",
eine leere Plastikflasche um die wir unsere Schleppangel wickeln. Sie
macht laute Knack-Geräusche wenn ein Fisch anbeißt. Dann riss die dicke
Schleppleine durch. Sie hatten unsere Angel in die Schraube bekommen! Tja,
tschüss Freunde, das üben wir aber noch mal, oder!?
Mit dem
Herausschneiden der Schnur dürften sie länger beschäftigt sein. Das
amerikanische Küstenwachtschiff hielt weiter auf die angegebene Position
zu. In 10-Minuten-Abständen meldeten wir uns per Funk bei ihnen.
Eine Stunde
später. Da waren sie wieder! Gaben nicht auf. Sie näherten sich wieder
über das Heck, steuerten aber dieses Mal rechtzeitig auf unsere
Backbordseite um nicht wieder in eine Schleppangel zu fahren. Als sie
dicht querab waren grüßte ich wieder. Kein Gruß ihrerseits. Sie starrten
mich nur an. Was wollt ihr von uns? Ich schnappte mir das
Funkgerät und ging damit ins Cockpit. Ich hielt es in die Luft, deutete
mit dem Finger nach Osten und rief ihnen american coastguard zu.
Augenblicklich
drehten sie ab, fuhren zurück in die Richtung aus der sie kamen und wir
sahen sie nicht wieder.
Die Coastguard
"begleitete" uns noch anderthalb Stunden per Funk und drehte dann
ebenfalls ab. In die Nacht fuhren wir wieder unbeleuchtet und unter Radar.
Das passierte heute zwischen 1600 und 1800Uhr auf der
Position 02°16N 082°48W und ich bin froh, dass die Kinder nicht an Bord
waren.
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